Manche Tage beginnen schon seltsam.
Morgens wie immer auf den letzten Drücker aus dem Haus rennend stolpere ich auf der Abkürzung durch den benachbarten Innenhof mitten hinein in ein Filmset. Aha, der Münchner Tatort. Da bin ich ja mal gespannt! U-Bahn erwischt, Zug erwischt, puh. Am Umsteigebahnhof steht da ein Zug, aber leider nicht meiner sondern eine historische Dampflok, die mit unglaublich lautem Getute und viel Dampf in die "falsche" Richtung fährt. Die Lokführer winken freundlich und sehen richtig toll aus in ihren historischen Kostümen.
Auf der Arbeit - zum Glück - nichts Seltsames.
Beim Abholen des Kindes dauert es ewig - Monsieur will noch "eine Runde spielen, Mama!" Naja, den Bus haben wir sowieso gerade verpasst. Dann fällt mir auf, dass das Kind gar keine Schuhe anhat. Also nochmal rein, Schuhe holen, wieder einen Bus verpasst.
Zu zweit schlendern wir zur Bushaltestelle und müssen wieder durchs Filmset. Ein Wanderfilmset? In der Stadt ist viel los, wir essen Eis, kaufen Wolle für ein neues Strickprojekt, danach war der Lebensmitteleinkauf geplant. Leider hat das Kind die Windel voll und Mama keine Windeltasche dabei. Monsieur quengelt und greint und will in die Trage. Zum Glück habe ich ein kurzes Tuch dabei. "Ins Tuch, ins Tuch!" jammert das Kind. Also gut, auf den Rücken und los zur Tramhaltestelle. Unterwegs geraten wir in eine Menschenmenge: schwarzgekleidete Männer mit türkisfarbenen Autotüren unterm Arm. Hä?!? Leider kommt keine Tram, dafür treffen wir eine nette Mama mit Neugeborenem aus unserem Viertel, die wir noch aus einer Krabbelgruppe von vor knapp 2 Jahren kennen. Zusammen nehmen wir ein Taxi. Fast angekommen wollen wir noch schnell zum kleinen Einkaufsladen um die Ecke. Monsieur Pieps möchte im Einkaufswagen sitzen. Ich will die kleine Münze holen, die in einer Minitasche am Schlüsselbund hängt - und finde keinen Schlüssel! Panik. Ich versuche meinen Mann zu erreichen, der hört mal wieder sein Handy nicht. Mit jammerndem Kind an der Hand, leerem Einkaufstrolley in der anderen und ziemlich verzweifelt gehe ich nach Hause. Überraschenderweise ist Papa Pieps schon zuhause, trägt Kind und Tasche nach oben, ich stürze auf's Sofa. Und was liegt auf dem Tisch? Der Schlüsselbund!
PS: Am nächsten Tag hab ich mich endlich getraut am Set zu fragen, wann denn der Tatort zu sehen sei. Der nette Mexikaner vom Catering vermutete in ca. 6 Monaten und lud mich gleich zu einem wahnsinnig leckeren Auflauf ein: Hühnchen in Streifen mit Tomate, Chili, Maisgrieß und Tortillachips mit viiiel Käse überbacken. Mh, lecker!
Sommerpucksack
vor 8 Jahren


schön, liest sich wie ein wirrer traum...ja solche tage gibts:)
AntwortenLöschennoch eine schöne bauchzeit euch dreien!
liebste grüße aus newhausen:)